Vom Korn zum Malz

Der Lohn der Mühe: Roggenbackmalz aus eigener Herstellung mit tollem Aroma und toller Farbe. Ein paar Stückchen hätte ich nochmals mahlen können, aber ich hab’s so gelassen. Wird auch so seinen Job tun.

Natürlich kann man Backmalz auch kaufen. Aber warum sollte ich, wenn ich es auch selber herstellen kann?

Die Tage hatte ich auf einmal die Tüte mit einem Rest Roggenkörner in der Hand. Ich dachte: Na, dann jetzt![1]Es muss nicht zwingend Roggen sein.

Das Verfahren ist wirklich nicht schwierig, nur zeitaufwändig. Irgendwie hatte ich es mir komplizierter vorgestellt.

Benötigt werden eine Schale, ein Sieb, und als Abdeckung habe ich keinen Deckel verwendet, sondern einen Spritzschutz aus Drahtgeflecht. So kommen Luft und Licht dran, die Fliegen aber nicht.

Nach 24 Stunden habe ich feuchten Körner tagsüber in eine Quicheform gepackt – mehr Oberfläche, mehr Licht. Nachts kamen sie dann wieder in das Sieb.

Orientiert habe ich mich an dieser Beschreibung. Die hat auch funktioniert.

Aber es geht auch diese. Da habe ich dann endlich auch mal erfahren, wie man vorgehen muss, um enzymaktives oder enzyminaktives (meine Wahl) zu erhalten. Spoiler: Es ist die Temperatur.

Noch mehr fachlich fundierte Infos zum Thema Malz finden sich bei André.

Bei mir hat es fast 60 Stunden gedauert, bis ich mich ans Dörren machen konnte. Ich habe das Trocknen an einem Backtag nach dem Brotbacken begonnen und so gleich die Resthitze einbezogen. Nach gut zwei Stunden war das erledigt.

Zum Mahlen habe ich meine uralte, aber bewährte Kaffeemühle vom Trödel benutzt, die ich normalerweise für Gewürze verwende.

Nun habe ich ein großes Glas herrlich duftenden Backmalzes. Das wird seeeeeehr lange reichen.

Die ersten zehn Gramm sind schon in den Brötchenteig gewandert, den ich heute abend hergestellt habe und der nun im Kühlschrank bis morgen früh gart.

Gute Aktion alles in allem! 😉

Bei Fragen fragen.

Anmerkungen

Anmerkungen
1 Es muss nicht zwingend Roggen sein.

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